Josef Hader kommt fast unkenntlich als schmieriger Bierzeltentertainer auf die Bühne, macht eine halbe Stunde lang Witze auf tiefstem Niveau, bevor er sich hemmungslos betrinkt und in seine schizophrenen Bestandteile zu zerfallen beginnt. Ganz zum Schluss kam noch ein sehr sentimentales Lied auf dem Klavier, mit gebrochener Stimme gesungen.

Ein Tobsuchtswerk, eine Publikumsbeschimpfung: Vor „Bunter Abend“ – 1990 mit dem deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet – war Kabarett Welterklärung und Politgeplänkel. Danach war nicht Schluss mit lustig. Aber sein Synonym Josef Hader. Das Solo begründet seinen Ruf als Österreichs grimmigster Kabarettist.

Kabarettistisches Harakiri voller Zweifel, Phantasie und Ironie. (Erich Demmer, ARBEITERZEITUNG)